Sonnenstrom dann verbrauchen, wenn er erzeugt wird: Wälderstrom Lastmanagement macht´s möglich

Veröffentlichungsdatum29.08.2025Lesedauer2 MinutenKategorienDorf Thal, Gemeinde Sulzberg, ...

In der Energieregion Vorderwald wächst die ErneuerbareEnergiegemeinschaft (EEG) und teilt immer mehr Wälderstrom. Mittlerweile produzieren PV-Anlagen mit einer Leistung von rund 2 Megawatt Sonnenstrom in der Gemeinschaft. Ist der Strombedarf innerhalb der Gemeinschaft gedeckt, so liefern die PV-Anlagenbesitzer den überschüssigen Strom an ihren bisherigen Abnehmer. Bilanziert wird jede Viertelstunde.

Damit möglichst viel produzierter Strom auch gleich innerhalb der Wälderstrom-Gemeinschaft verbraucht wird hat die EEG Vorderwaldein erstes Lastmanagement gestartet: Stromverbraucher werden zugeschaltet, sobald Stromüberschuss in der Gemeinschaft herrscht.

Trinkwasserpumpwerk Lingenau/Langenegg als Pilotversuch.

Umgesetzt wurde das erste Lastmanagement im Trinkwasserpumpwerk Lingenau/Langenegg. Mehrere Pumpen sichern die Trinkwasserversorgung der beiden Gemeinden, indem sie Quellwasser in einen Hochbehälter pumpen. Aus diesem werden die Haushalte versorgt.

Der jährliche Stromverbrauch der Pumpen liegt bei rund200.000 kWh. Üblicherweise werden sie bevorzugt nachts betrieben, um von günstigen Stromtarifen zu profitieren. Um künftig auch tagsüber – noch günstigere – überschüssige Energie aus der Gemeinschaft optimal zu nutzen, wurde ein automatisiertes Steuerungssystem eingerichtet. Ist überschüssiger Strom in der EEG vorhanden werden die Trinkwasserpumpen aktiviert und laufen dann bei Überschuss so lange, bis der maximale Füllstand der Hochbehälter erreicht ist. Dabei bleibt die Einhaltung der Mindestfüllstände stets gewährleistet, sodass eine sichere Trinkwasserversorgung weiterhin garantiert ist. 

Lastmanagement

 „Eine sichere Trinkwasserversorgung ist Pflichtaufgabe der Gemeinden. Je mehr Pumpstrom wir in der Region selbst produzieren können, umso besser für die regionale Wertschöpfung. Letztlich gibt es bei diesem Projekt nur Gewinner, die Gemeinden durch geringere Stromkosten, die PV Anlagen Besitzer, die EEG Vorderwald." 
Bürgermeister Philipp Fasser

Thomas Konrad, Obmann der EEG Vorderwald, ergänzt: „Mit der EEG Vorderwald können wir einen kleinen Beitrag leisten, um die großen Herausforderungen der Energiewende mit zu gestalten.“ 

Fazit: vollautomatisiert und hohe Wirksamkeit

Das umgesetzte Lastmanagement funktioniert seit Anfang Juni2025 vollautomatisiert. In den ersten vier Wochen des Versuchs wurden 10.000 kWh Überschussstrom aus der Energiegemeinschaft von den Pumpen abgeholt. Aufgrund der positiven Ergebnisse prüft die EEG, wie das Lastmanagement ausgeweitet werden kann. 

Höhere Eigenversorgung in der Energiegemeinschaft
Mit dem Lastmanagement steigt der Eigenverbrauch der in der Gemeinschaft erzeugten Energie. Gleichzeitig steigt auch der Eigenversorgungsgrad: lag dieser Eigenversorgungsgrad noch im Mai 2025 ohne Lastmanagement bei 24 %, so konnte er im Juni mit Lastmanagement auf 32 %gehoben werden. 

Projektträger: EEG Vorderwald
Erstellung Überschuss-Signal in Echtzeit: Fa. Ekarus GmbH
Signalverarbeitung und Pumpenansteuerung: Fa. ElektroKirchmann
Adaptierung Pumpensteuerung: Fa. Siemens

Koordination: Energieregion Vorderwald

 Dieses Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms Energiegemeinschaften durchgeführt,   www.klimafonds.gv.at


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