Gemeinsam gegen Gewalt

Veröffentlichungsdatum25.11.2025Lesedauer3 MinutenKategorienDorf Thal, Gemeinde Sulzberg

Pressemitteilung

Orange the World 2025

Bregenzerwald



Gemeinsam gegen Gewalt – Im Bregenzerwald und überall


Egg, November 2025 – Körperliche, sexualisierte und psychische Gewalt im häuslichen Kontext betrifft

besonders Frauen. Um auf dieses Thema aufmerksam zu machen, setzen die Bregenzerwälder Gemeinden

im Rahmen der Kampagne „Orange the World“ erneut ein starkes Zeichen gegen Gewalt an Frauen und

Mädchen.


16 Aktionstage im Bregenzerwald

„Orange the World“ macht heuer erneut im Bregenzerwald Halt, um ein klares Signal gegen Gewalt an Frauen

und Mädchen zu setzen. Dafür haben sich verschiedene Organisationen zusammengeschlossen: das FMH

Frauenmuseum Hittisau, das Gewaltschutzzentrum Vorarlberg, die ifs Frauenberatungsstelle bei sexueller

Gewalt, die ifs Frauennotwohnung, das Kulturbüro der Regio Bregenzerwald und die Initiative „Der

Bregenzerwald lässt kein Kind zurück“. Die Aktionstage starten am 25.November 2025 und dauern 16 Tage, in

denen ein starkes öffentlichen Zeichen für ein gewaltfreies Miteinander gesetzt wird. Während dieser Zeit

werden verschiedene Aktivitäten stattfinden, die die Bedeutung eines sicheren und gewaltfreien

Lebensumfeldes betonen.


Aktivitäten in den Gemeinden

Die Bregenzerwälder Bürgermeister:innen setzen ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und

Mädchen. Jeder Brief, der die Gemeindeämter verlässt, ist mit einem Sticker beklebt. In den einzelnen

Gemeinden finden sich orange Warnleuchten, die präsent in den Fenstern des Gemeindeamtes und in

öffentlichen Gebäuden und Büchereien aufgestellt werden. Verwendet werden dafür die energiesparenden

Baustellenleuchten. Die Büchereien des Bregenzerwaldes richten orange Plätze ein mit Büchertischen. Dort

werden Mut- Geschichten, Heldinnenerzählungen und vieles mehr zu finden sein. Mit dieser Initiative will man

ermutigen, hinschauen, handeln und Solidarität zeigen.


Veranstaltung und Podiumsdiskussion

Am 2. Dezember 2025 laden wir im Rahmen der Aktion zu einer Veranstaltung ins Frauenmuseum in Hittisau

zum Thema „Häusliche Gewalt im Alter – Tabu und Realität“ mit anschließender Podiumsdiskussion.

Vor kurzem wurde die Studie „Partnergewalt gegen ältere Frauen“ von Dr.in Birgit Haller und Helga

Amesberger präsentiert. Sie gewährt einen tiefen Einblick in die Lebensrealität von Frauen ab 60 Jahren, die

Gewalt in Partnerschaften erfahren. Die Befragungen zeigen, dass sich Formen und Wahrnehmungen dieser

Gewalt markant von jenen jüngeren Frauen unterscheiden: Viele Betroffene sehen körperliche Übergriffe als

einzige Form von Gewalt, empfinden Misshandlungen als persönliches Scheitern und wenden sich daher selten

an medizinische oder psychologische Hilfsangebote. Häufig bestehen zudem starke wirtschaftliche

Abhängigkeiten, die ein Herauskommen aus den oft jahrzehntelangen Gewaltbeziehungen erschweren. In

ihrem Vortrag wird Dr.in Birgit Haller die zentralen Ergebnisse dieser Studie vorstellen und aufzeigen, welche

besonderen Herausforderungen sich daraus für Prävention, Unterstützung und gesellschaftliche

Sensibilisierung ergeben.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion mit Fachleuten aus Beratung, Opferschutz, Bildung, Polizei und

Gesundheitswesen werden die Auswirkungen von Gewalt beleuchtet. Diskutiert wird, welche praktischen

Ansätze und Handlungsoptionen in Prävention und Unterstützung hilfreich sind.

Die Veranstaltung wird von Stefania Pitscheider Soraperra (Frauenmuseum Hittisau) moderiert und verspricht

tiefe Einblicke und konstruktive Ansätze für die Prävention und das Handeln in Krisensituationen.


Unterstützungsangebote für Betroffene

Die Zahl der Betretungs- und Annäherungsversuche ist in Vorarlberg in den vergangenen Jahren gestiegen.

Waren es im Jahr 2020 rund 425 Betroffene so ist die Zahl mittlerweile auf über 540 gestiegen. Beratung für

Betroffene im Bregenzerwald wird durch das Gewaltschutzzentrum Vorarlberg an deren Regionalstelle in Egg

angeboten. Personen, die Gewalt erfahren, erhalten dort passgenaue Hilfe und Unterstützungsangebote. Ziel

ist es, ihren Schutz und ihre Sicherheit zu erhöhen und sie in ein Leben ohne Gewalt zu begleiten.


Rückfragen:

Mag. Eva Brunner

Soziales/ Regio Bregenzerwald

Telefon: 0664 140 11 19

E-Mail: soziales@regiobregenzerwald.at

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